FRÜHSTÜCK am 7. Dezember 2016
Ort: „Villa Bonn“
09:00-11:30 Uhr
Vortrag:
Martin Hunscher, Leitender Baudirektor der Stadt Frankfurt
„Wohnungsbau – Herausforderung für die Stadt Frankfurt“
Die Stadt Frankfurt wird laut den aktuellen Prognosen einen Bedarf von etwa 8.000 Wohneinheiten pro Jahr abdecken müssen.
Was sind die Herausforderungen für eine Stadt, deren Kapazitäten an kurzfristig verfügbaren Wohngebieten so gut wie erschöpft sind?
Welche Flächen können in bewohnbare Flächen umgewandelt werden? Was bedeutet dies für Umwelt und Nachhaltigkeit?
Sind landwirtschaftlich genutzte Flächen immer Flächen, die aus Gründen der Nachhaltigkeit geschützt werden müssen?
Wie können Regionalverbände und Städte kooperieren, um den Bedarf an neuen Wohnungen zu befriedigen?
Kann man Gewerbegebiete ohne weiteres in Wohnflächen umwandeln?
Wie können Immobilienentwickler in die Lösung dieser Fragen eingebunden werden?
Im Rahmen Veranstaltungsreihe des ImmoKlimaTag 2016 werden wir die obigen Fragen aus den verschiedensten Perspektiven kritisch hinterfragen und debattieren.
Diskussionsrunde mit
Rainer M. Ballwanz, Ballwanz Immobilien GmbH & Co. KG
Ulrich Caspar, Mitglied des Hessischen Landtages
German Halcour, Geschäftsführer der Lahmeyer Rhein-Main GmbH
Martin Hunscher, Leitender Baudirektor der Stadt Frankfurt
u. a.
Moderator:

Dipl.-Ing. Martin Hunscher, Leitender Baudirektor
Stadtplanungsamt Frankfurt
Seit 12.2014 Leiter des Stadtplanungsamtes der Stadt Frankfurt am Main
Zudem:
– Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung,
– Mitglied des Prüfungsausschusses Städtebau des Oberprüfungsamtes für das Technische Referendariat,
– BMVI Mitglied im Beirat Nachhaltige Stadtentwicklung der DGNB
– Lehrauftrag an der IREBS – International Real Estate Business School Immobilienakademie, Eltville,
– Lehrauftrag an der Universität Regensburg – International Real Estate Business School,
– Mitglied im Vorstand des AIV Frankfurt am Main

Dipl. Ing., Dipl. Wirtsch. Ing. Wolf Hirth
Moderator
Contract- und Claim Management
Vita:
Seit 1991 ist Wolf Hirth in anspruchsvollen Führungspositionen in der Bauindustrie und der Immobilienwirtschaft tätig. Das umfassende
Erfahrungswissen in der Handhabung und Lösung von vertraglichen Disputen im In- und Ausland prägt seine heutige Ausrichtung und Spezialisierung im Contract und Claim Management. Seit 2011 ist er beratend mit wolf hirth consult tätig.

Diplom-Betriebswirt Ulrich Caspar
Mitglied des Hessischen Landtages
Sprecher für den Finanzplatz Frankfurt und Verkehrs- und Wohnungspolitik der CDU-Landtagsfraktion
Diplom-Betriebswirt, Unternehmensberater
Persönliches:
geboren am 31. Mai 1956 in Frankfurt am Main
verheiratet, 4 Kinder, evangelisch
Beruflicher Werdegang:
•Diplom-Betriebswirt
•Nebenberufliches Studium der Politischen Wissenschaften mit Nebenfächern Geschichte und Soziologie, Uni Frankfurt am Main
•Kaufmännische Tätigkeiten bei Wohnungsunternehmen
•Unternehmensberaterische Tätigkeiten
•Bankdirektor
•Unternehmensberater

Dipl. –Ing. German R. Halcour
Geschäftsführer Lahmeyer Rhein-Main GmbH
German Halcour gehört der Lahmeyer Gruppe seit 1982 an. Er studierte in den 70er Jahren an der „Technischen Hochschule in Darmstadt“ (heute Technische Universität Darmstadt) Bauingenieurwesen. Nach seinem Debüt in kleineren Planungsbüros trat er 1982 in das Unternehmen ein. Bis 1992 begleitete er dort mehrere große nationale u. internationale Industrie- und Infrastrukturprojekte als verantwortlicher Projektleiter.
Im Zeitraum von 1992 bis 1999 arbeitete Herr Halcour anfangs für einen nationalen Projektentwickler und im Folgenden für ein Unternehmen aus dem Bauhauptgewerbe in der Geschäftsführung.
1999 kehrte Herr Halcour zur Lahmeyer Gruppe zurück. Mit der Umstrukturierung der Lahmeyer International GmbH infolge der sich wandelnden nationalen und internationalen Märkte, wurde er 2001 in die Geschäftsführung der neu gegründeten Lahmeyer Rhein-Main GmbH berufen. Er ist dort für die strategische Unternehmensausrichtung und die Entwicklung und Festlegung der Standards und Prozesse bei der Abwicklung von Großprojekten verantwortlich.
Herr Halcour ist als Lehrbeauftragter am Institut für Bauwirtschaft der Universität Kassel sowie für die Hochschule Darmstadt tätig.

Rainer M. Ballwanz
Geschäftsführer Ballwanz Immobilien GmbH & Co. KG
Beruflicher Werdegang
Kaufmännische Ausbildung Braunschweig
Investmentbanking Bremen und Frankfurt
Geschäftsführer Family Office im Rhein-Main-Gebiet –Vermögensverwaltung-
Seit 1992 geschäftsführender Gesellschafter Ballwanz Immobilien GmbH & Co. KG
Seit 2009 geschäftsführender Gesellschafter Ballwanz Projektentwicklung GmbH
Nachlese
Martin Hunscher, Leitender Baudirektor der Stadt Frankfurt erläuterte anschaulich die verschiedenen Kriterien, denen sich die Stadt in den kommenden Jahren angesichts des Bedarf an Wohnungen stellen muss. Dazu erklärte er auch das Konzept des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes vor und schilderte die dazu stattfindenden Aktionen und Bürgerbefragungen. Abschließend zeigte er mögliche Szenarien auf, unter welchen Prioritäten der Bedarf an Wohnraum in den kommenden Jahren gedeckt werden könnte. Dieses Stadtentwicklungskonzept Frankfurt 2030 soll dann Ende 2017 durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden, damit es als Leitbild zu einem verbindlichen Orientierungsrahmen für das Handeln in Verwaltung und Politik wird. Und dies alles vor dem Hintergrund, dass Wirtschaftswachstum ermöglicht werden soll und gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen soll.
In der anschließenden Diskussion schilderte Herr Ulrich Caspar, Mitglied des Hessischen Landtages, seine Sichtweise als Politiker zu den Herausforderungen des Wohnungsbaus der Stadt Frankfurt und wies darauf hin, dass es nicht einfach ist, allen Wünschen oder Einwänden der Bürger nachzukommen, wenn es um dichtere Bebauung oder Aufstockung geht. Was halten Bürger für tragfähig? Wie kann die Politik unterstützen im Dilemma zwischen der Verpflichtung gegenüber Wählergruppen und der gesamten Stadt? Darf man den Bürgern Lösungen vorgeben, auch wenn nicht alle damit einverstanden sind?
Weitere Aspekte wurden kontrovers diskutiert, wie z.B. ob es lediglich eine Herausforderung für die Stadt selbst ist oder auch für den Regionalverband Rhein-Main? Beide müssten zusammenwirken, meinte Herr German Halcour, Geschäftsführer Lahmeyer Rhein Main GmbH und fragte, ob wir die Stadt zu provinziell sehen, möglicherweise, weil wir in Stadtvierteln denken?
Ist der Riedberg ein gutes Beispiel? Herr Rainer Ballwanz meinte, es brauche auch Geduld, bis dass sich neue Viertel wie der Riedberg entwickeln können und von den Bürgern als Stadt „erobert“ und bewohnt und gestaltet werden. Man solle solchen Prozessen auch eine Möglichkeit zur Entfaltung geben.
Die Diskussionsrunde dauerte länger als zu Beginn vermutet. Weitere Details und Fortschritt zu Frankfurt 2030 lassen sich auf der Webseite der Stadt Frankfurt weiterverfolgen.
Autor: Wolf Hirth
VERANSTALTUNGSORT:
„VILLA BONN“
SIESMAYERSTR. 12
60323 FRANKFURT
(PARKPLÄTZE SIND VORHANDEN)